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Starker Saitenwechsel

Maudach: „Duo Achtundachtzig Vier“ überzeugt im Julius-Hetterich-Saal

Von Martina Nolte-Bohres

Perfekt im Zusammenspiel präsentierten sich Geiger Konstantin Bosch und Pianistin Andrea Juric-Bosch vergangenen Freitag im Julius-Hetterich-Saal. Sie spielten auf Einladung des Kulturförderkreises Maudach.

Ein Blick ins Programm des Kammerkonzerts, das am vergangenen Freitagabend im Julius-Hetterich-Saal in Maudach stattfand, verriet bereits, dass der Geiger Konstantin Bosch und die Pianistin Andrea Juric-Bosch ganz bewusst Stücke ausgewählt hatten, die eher selten gespielt werden. Das Konzert begann mit Bachs Sonate für Violine und Klavier in E-Dur (BWV 1016), und in dem wunderbaren Zusammenspiel der beiden Musiker war ihre eigene Begeisterung für dieses Stück deutlich zu spüren. Im Anschluss geleitete das Duo „Achtundachtzig Vier“, dessen Name aus den 88 Klaviertasten und den vier Saiten der Geige entstanden ist, sein Publikum mit Sergej Prokofievs Sonate in D-Dur op.94 ins 20. Jahrhundert. Hier begeisterten sie mit gekonnten Wechseln zwischen kraftvollem forte und sanftem piano sowie einem fulminanten Finale im vierten Satz.

[ Mit der Stück-Reihenfolge beweist das Duo ein Gespür für wechselnde Dynamik. ]

Als erstes Stück nach der Pause hatten die Künstler die Sonate e-moll (KV 304) von Wolfgang Amadeus Mozart gewählt, in der der Komponist vermutlich den Tod seiner Mutter verarbeitet hat und die nur aus zwei anstatt vier Sätzen besteht. „Wir haben Mozarts Sonate an den Anfang gestellt, weil sie sonst schnell von den anderen Stücken erdrückt würde“, sagte Konstantin Bosch nach dem Konzert. Und in der Tat bildete die von den Musikern virtuos vermittelte Zartheit des Mozartstücks einen Kontrast zu den darauffolgenden Werken, dem „Danse espagnole“ des spanischen Komponisten Enrique Granados sowie drei Stücken von Fritz Kreisler, der als der bedeutendste Geigenvirtuose der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gilt. Mit Kreislers schwungvollem „Marche miniature viennoise“ zauberten die Musiker ein Lächeln auf die Gesichter vieler Zuhörer und ließen diese unwillkürlich mit den Füßen wippen.

Das „Poème élégiaque op.12“ des belgischen Komponisten Eugene Ysaye bildete einen ruhigen, sehr romantischen Ausklang der musikalischen Zeitreise durch drei Jahrhunderte. Bei diesem anspruchsvollen Stück könne „ein Geiger zeigen, was er drauf hat“, hatte der Vorsitzende des Kulturförderkreises Maudach, Manfred Müller, in seiner kurzen Einleitung angekündigt. Und Konstantin Bosch meisterte die Darbietung des musikalischen Gedichts dann auch bravourös. Das Publikum belohnte die beeindruckende Leistung des Duos „Achtundachtzig Vier“ mit anhaltendem und kräftigem Applaus.

DIE RHEINPFALZ – Mittwoch, 30. Oktober 2013