Violine und Klavier hauchen Mozart Leben ein

Evangelische Kirchengemeinde: Kammerkonzert mit Andrea Juric-Bosch und Konstantin Bosch

Birkenau. Zu einem Kammerkonzert mit zwei hoch qualifizierten Interpreten aus der Region lud die evangelische Kirchengemeinde Birkenau in das Gemeindezentrum ein. Ursel Schrödelsecker begrüßte die erwartungsvollen Zuhörer im Namen des Förderkreises für Kirchenmusik Birkenau und hieß Andrea Juric-Bosch (Klavier) und Konstantin Bosch (Violine) als Künstler des Abends willkommen. [ ... ]

Der erste Teil des Konzert wurde bestimmt durch die groß angelegte Konzertsonate in D-dur (KV 306) von Wolfgang Amadeus Mozart. Dabei gelang es den Interpreten gleich zu Beginn, im ersten Satz Allegro con spirito die Gegensätzlichkeit der beiden Themen deutlich herauszuarbeiten. Auf das in munterer Spiellaune dargebotene erste Thema folgte ein verhaltenes, lieblich anmutendes zweites Thema. Beachtlich in diesem Satz ist der groß angelegte Durchführungsteil, der durch verschiedene Tonarten führt und sich schließlich ins Dramatische steigert. Eine deutliche Zäsur bildet dann die überraschende Aufnahme des zweiten, verhaltenen Themas am Beginn der Reprise, wobei dieser deutliche Stimmungswechsel von den beiden Interpreten überzeugend vermittelt wurde.

Der zweite Satz Andante cantabile mit seinen gesanglichen Themen wurde in einer solch innigen und lyrischen Intensität vorgetragen, dass die Zuhörer regelrecht in himmlische Sphären entführt wurden.  Die beiden Musiker zogen die Zuhörer dabei mit ihrer sensiblen Klangsprache vollkommen in ihren Bann. Ein Ausgleich dazu wurde durch den lebendigen dritten Satz geschaffen, der rondoartig angelegt ist und in Anlehnung an die verschiedenen Themen zwischen geradem und ungeradem Takt wechselt. Hierbei brillierte das Musikerpaar durch seine vollendete Präzision, auch bei schwierigsten Passagen.

Mit dem zweiten großen Werk des Abend, der Sonate Nr. 2 in G-dur von Maurice Ravel kam ein der traditionellen Hörerwartung eher widerstrebendes Werk zur Aufführung. Während bei Mozart satztechnisch stets eine klassische Rollenverteilung zwischen Violine und Klavier zu erkennen ist, betonte Ravel, dass die beiden Instrumente für ihn im Wesentlichen unvereinbare Instrumente sind. So verschmelzen Violine und Klavier in seinem Werk nicht zu einem pathetischen Ganzen, sondern unterstreichen bewusst die Unvereinbarkeit ihrer Klänge. Bereits im ersten Satz Alegretto wurde deutlich, welch hohe technischen und musikalischen Anforderungen dieses Werk an die beiden Künstler stellte. Als langsamen Satz komponierte Ravel einen Blues, wobei seine Stilimitation des Blues von der Harmonik über die Phrasenbildung bis hin zur Imitation von Banjo- und Saxophonklängen in beiden Instrumenten führt. Dabei behält er jedoch immer seine eigene Klangsprache bei.

Das mitreißende Finale im letzten Satz beeindruckte schließlich durch schnelle Tonrepetitionen und kreisende Figuren von mitreißendem rhythmischen Schwung. Nach solch bravurösen Darbietungen war es nicht verwunderlich, dass das Publikum mit lang anhaltendem Applaus noch zwei Zugaben einforderte. So fand das Konzert mit der Romanze op. 4 und dem "Liebesleid" von Fritz Kreisler eine harmonische Abrundung.

ODENWÄLDER ZEITUNG