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KV 304 ist die einzige Sonate Mozarts für diese Besetzung in moll. Mozart schrieb sie im Frühjahr 1778 während seiner Mannheim-Paris Reise. Jener Reise, bei der seine Mutter schwer erkrankte und im Juli 1778 in Paris verstarb. Das nur zweisätzige Werk beginnt mit einem Sonatenhauptsatz, überschrieben mit Allegro. Mozart verzichtet fast gänzlich auf verzierende und verspielte Elemente, Direktheit und Purismus prägen diesen Satz. Das Hauptthema erklingt zunächst im Unisono, wird durch ein dreiteiliges drängendes Motiv, ebenfalls im Unisono beider Instrumente unterbrochen, um anschließend seine melodische Kraft doch zu entfalten. Das zweite Thema, eigentlich als Kontrast in Dur geschrieben, ist dabei nicht mehr als eine Reminiszenz an vergangene Leichtigkeit. Das anschließende Tempo di Minuetto ist der emotionale Höhepunkt der Sonate. Das Menuettthema „sotto voce“, mit „halber Stimme“, erklingt zuerst im Klavier allein, dann in der Geige, eine kurze tänzerische Passage, dann das Thema erneut, als Kanon. Auf einmal lichtet sich der Schleier und die Musik findet endlich ihren Frieden, es folgt ein Trio in schwebenden, verklärten E-dur.

Konstantin Bosch