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Im März und April 1816 komponierte der damals 19jährige Franz Schubert drei Sonaten in D, a und g für Violine und Klavier. Ihre Entstehung fällt in eine Zeit wachsenden Selbstbewusstseins des jungen Komponisten - er schrieb dabals sein bedeutendes Stabat mater und seine 4. Sinfonie. Dieser wachsende Anspruch scheint sich in der Anlage und im Ausdruck der Sonaten wiederzuspiegeln. So traf Schubert im Kopfsatz der a-moll-Sonate erstmals jenen unverwechselbaren Ton tiefer Melancholie, wie er auch seine drei Klaviersonaten und sein Streichquartett in dieser Tonart auszeichnet. Dem liedhaften Hauptthema tritt ein Seitenthema gegenüber, das in jedem Spätwerk des Komponisten stehen könnte. Die Entwicklung des Satzes beruht dabei eher auf harmonischen Veränderungen als auf motivisch-thematischer Arbeit. Das Andante geht in harmonischer Hinsicht noch weiter, nicht nur durch die auffallenden "Molleinbrüche" im zweiten Thema, sondern auch durch die Versetzung der Themen von F- und B- nach As- und Des-dur. Das Minuetto ist eigentlich ein Scherzo im Stile Beethovens, während das Rondo hin- und herpendelt zwischen dem "eigenen", liedhaften Thema und den an Übervorbild Beethoven angelehnten dramatischen Abschnitten.

Auszug von kammermusikfuerer.de